Von Venezuela nach Deutschland – Meine Erfahrungen in Berlin, Teil 126. April 2022

Die Entscheidung, einen Langzeitsprachkurs im Ausland zu machen, ist gar nicht so leicht. Werde ich die Kultur, das Essen, die Menschen mögen? Was muss ich bei der Planung meines Auslandsaufenthalts beachten? Werde ich mein Zuhause vermissen? Wie schnell werde ich mich anpassen und die neue Sprache lernen?

Christian ist einer unserer derzeitigen Langzeitschüler. Seit dem 07. Februar 2022 besucht er in unserem Institut in Berlin-Mitte einen Deutschkurs und wird noch bis Ende Juli bei uns bleiben. Er hat sich dazu entschieden, seine Erfahrungen in Form von regelmäßigen Blogbeiträgen zu teilen. Hier ist sein erster Beitrag:

(Anmerkung: Der Originalbeitrag wurde vom Humboldt-Institut ins Deutsche übersetzt.)

Hallo!

Willkommen zu dieser neuen Blogreihe, die eine Prise Berlin verspricht!

Ich bin Christian, ich bin 25 Jahre alt und komme aus Venezuela. Meine Muttersprache ist Spanisch, aber ich spreche auch ein wenig Englisch und Deutsch. Ich lerne Deutsch am Humboldt-Institut in Berlin und hoffe, dass ich während meines Aufenthalts in dieser schönen Stadt noch viel lernen werde.

Mein Ziel, Deutsch zu lernen, entspringt der Absicht, meinen Horizont zu erweitern und dadurch mehr Lebenserfahrung zu sammeln. Ich habe vor, weitere Sprachen zu lernen, um meine Berufschancen in der Welt der Sprachen zu verbessern.

Vor zwei Jahren habe ich mich für einen Kurs am Humboldt-Institut beworben. Angesichts der Situation, in der sich die Welt befand, waren jedoch viele Dinge zu kompliziert, um an einem Kurs in Berlin teilnehmen zu können. So war ich gezwungen, zwei Jahre lang in meinem Heimatland zu warten, das aufgrund der Pandemie mit vielen eigenen Problemen zu kämpfen hatte.

Glücklicherweise konnte ich nach fast zwei Jahren des Wartens den Anmeldeprozess endlich wieder aufnehmen. Mit Hilfe des Humboldt-Instituts wurden alle Schritte erfolgreich abgeschlossen, sodass meine Reise nach Deutschland im Januar 2022 endlich stattfinden konnte.

Zunächst konnte ich einen Monat mit meiner Familie in Berlin verbringen, bevor ich dann im Februar mit großer Vorfreude meinen Deutschkurs am Humboldt-Institut begann.

Meine Ankunft in Deutschland war sehr aufregend, denn es war das erste Mal, dass ich mein Heimatland verlassen habe. Ich wurde mit vielen neuen Dingen konfrontiert, die ich vorher noch nicht erlebt hatte. Zum Beispiel das Gefühl der Kälte im Winter. In meinem Land liegt die Tagestemperatur normalerweise bei 30 °C und es gibt keine Jahreszeiten, in Venezuela gibt es nur die Trockenzeit oder die Regenzeit. In Deutschland hingegen konnte ich bei 2 °C dick eingepackt durch die Straßen Berlins gehen. Das war eine völlig neue Erfahrung für mich. Außerdem war ich sofort beeindruckt von dem effizienten Nahverkehr, der sich deutlich von dem abhebt, was ich von Zuhause gewohnt bin.

Im Februar checkte ich schließlich an einem ruhigen Sonntagmorgen im Humboldt-Institut ein. Nach einer sehr freundlichen Begrüßung an der Rezeption brachte mich das Personal zu meinem Zimmer, wo ich bald meinen neuen Mitbewohner kennenlernte, der mich ebenfalls herzlich begrüßte und mir half, mich gut einzuleben.

Inzwischen bin ich seit fast drei Monaten in Deutschland und seit fast zwei Monaten am Humboldt-Institut. [Anmerkung: Dieser Bericht wurde am 23.03.22 verfasst.] Ich liebe mein Zimmer. Es ist der Ort, an dem ich mich dem Lernen widme oder mich ausruhe, wenn ich nicht im Unterricht bin. Der Unterricht macht mir wirklich Spaß und ich habe das Gefühl, dass man hier sehr effektiv lernt und in kurzer Zeit viel Wissen aufnehmen kann. Als ich vor zwei Monaten anfing, hatte ich keinerlei Deutschkenntnisse und war ein totaler Anfänger. Jetzt stehe ich schon kurz davor, die Stufe A2 abzuschließen. In meiner Freizeit wiederhole ich entweder die Unterrichtsinhalte oder ruhe mich aus. Ich liebe es aber auch, die Umgebung zu erkunden, und dank der Aktivitäten des Instituts lerne ich immer wieder neue Sehenswürdigkeiten kennen, bei denen ich viel über die Geschichte Berlins und Deutschlands lernen kann. Ich mag auch die Ausflüge, bei denen sich alle Schüler besser kennenlernen.

Neues Palais in Potsdam

 

Nach etwa zwei Monaten Deutschkurs am Humboldt-Institut in Berlin-Mitte habe ich das Gefühl, dass ich viel gelernt habe, und anders als noch bei meiner Ankunft verstehe ich die deutsche Sprache schon viel besser. Ich brauche zwar immer noch einen Schubs, um Deutsch zu sprechen, aber ich kann inzwischen auf einfachem Deutsch antworten, und ich weiß, dass es mit der Zeit noch leichter werden wird.

Obwohl ich bisher viele neue Erfahrungen gemacht und viel gelernt habe, ist es natürlich unvermeidlich, dass ich ein wenig Heimweh verspüre, weil ich meine Familie, meine Freunde und die gewohnte Heimat vermisse. Dennoch bin ich entschlossen, meine Ziele weiter zu verfolgen, denn ich weiß, dass ich jederzeit nach Venezuela zurückkehren und dann meiner Familie von all den Abenteuern erzählen kann, die ich hier erlebt habe.

Daher hoffe ich, während meiner Zeit in Deutschland viel Neues zu lernen, z. B. die deutsche Sprache und auch die Geschichte, die zweifellos reich an Kultur und besonderen Orten ist. Ich freue mich schon sehr darauf und kann es kaum erwarten, neue Geschichten mit euch in diesem Blog zu teilen.

Bis zum nächsten Mal,

Christian