Rückblick auf meine Zeit am Humboldt-Institut21. Juli 2026 von

Ari

von Ari Walsh

Manche Erlebnisse prägen das eigene Leben auf eine Art und Weise, die man nie erwartet hätte. Meine Zeit am Humboldt-Institut war eines davon.

Als Nachfahre deutscher und Schweizer Einwanderer bot mir das Deutschlernen die Möglichkeit, wieder eine Verbindung zu einem wichtigen Teil der Herkunft meiner Familie wiederherzustellen. Die Fähigkeit, mich in der Sprache meiner Vorfahren zu verständigen, hat nicht nur meine Wertschätzung für deren Geschichte, Kultur und Traditionen verstärkt. Sie hat auch die Verbindung zu meiner eigenen Familiengeschichte vertieft.

Im Gegensatz zu vielen anderen Schülern hatte ich an meiner weiterführenden Schule nicht die Möglichkeit, Deutsch auf hohem Niveau zu belegen. Das lag daran, dass meine Schule Deutsch nicht als Fremdsprache im Angebot hatte. Ohne Humboldt hätte ich daher keine Möglichkeit gehabt, Deutsch auf einem so fortgeschrittenen Niveau zu erlernen. Das Immersionskonzept und das unterstützende Umfeld des Instituts boten mir die Voraussetzungen, die ich benötigte, um das B2-Niveau zu erreichen.

„ Besonders unvergesslich war für mich die Gemeinschaft, die wir während meiner Zeit bei Humboldt hatten.

Besonders unvergesslich war für mich die Gemeinschaft, die wir während meiner Zeit bei Humboldt hatten. Einige meiner engsten Freundschaften sind während der vielen Ausflüge und Aktivitäten entstanden, die uns Schüler auch außerhalb des Unterrichts zusammenbrachten. Genau das unterscheidet die Deutschkurse am Humboldt-Institut von herkömmlichen Sprachkursen.

Ganz egal, ob wir neue Orte erkundeten oder nach dem Unterricht Zeit miteinander verbrachten – wir ermutigten uns ständig gegenseitig, miteinander Deutsch zu sprechen. Durch dieses gemeinsame Üben ohne Lehrer fühlte sich das Erlernen der Sprache ganz natürlich an. Wenn ich auf meine Zeit bei Humboldt zurückblicke, wird mir klar, wie wichtig die albernen Gespräche, das ständige Lachen und die unermüdliche Ansprache meiner Mitschüler und der Betreuer für meinen Lernprozess waren – genauso wichtig wie der Unterricht selbst.

Wenn man mich fragen würde, würde ich Humboldt jedem Schüler von ganzem Herzen empfehlen, der ernsthaft daran interessiert ist, Deutsch zu lernen. Das Programm bietet weit mehr als nur Deutschunterricht. Es ist ein Umfeld, in dem Schüler sowohl sprachlich als auch als Person wachsen können.

Mein B2-Zertifikat hat sich ebenfalls auf diese beiden Aspekte ausgewirkt: Einerseits hat es mir das Selbstvertrauen gegeben, sowohl im schulischen Umfeld als auch im Alltag auf Deutsch zu kommunizieren. Zum anderen eröffnet es mir Möglichkeiten, die ich mir nie hätte vorstellen können.

Dank Humboldt bin ich nun in der Lage, mit Menschen in Kontakt zu treten, die in meinem eigenen Land vom Aussterben bedrohte deutsche Dialekte sprechen (z. B. Pennsylvania-Dutch-Sprecher). Außerdem kann ich künftig Bildungsmöglichkeiten wahrnehmen, bei denen meine neu erworbene Mehrsprachigkeit von Vorteil sein wird.

Ich werde Humboldt immer dankbar sein für den Einfluss, den es auf mein Leben hatte (und weiterhin hat). Meine Zeit dort hat meine Verbindung zur Familiengeschichte gestärkt, mich zu lebenslangem Lernen inspiriert und mir neue Freunde beschert, mit denen diese ganze Reise unvergesslich geworden ist.

Dieser Artikel wurde von unserer Schülerin Ari Walsh verfasst (das Original ist auf Englisch), die mehrere Kurse in Bad Schussenried und Lindenberg besucht hat. Sie begann im Alter von 10 Jahren mit A1 und hat es mit 17 Jahren nun bis zum Niveau B2 geschafft. Herzlichen Glückwunsch, Ari!